Was ist ‘congress’?

30. Dezember 2008 von Guy Simonow

Internetausweis für alle!

29. Dezember 2008 von Guy Simonow

Jetzt bekommen wir ihn doch. Constanze Kurz vom CCC hat uns lange auf die Folter gerspannt, aber versprochen: Wir bekommen ihn, den eAusweis. Wir werden digital zertifiziert personalisierten pr0n kaufen können, wir werden gelegentlich zur Meldebehörde gehen können um auf dem Fingerbadruckscanner-LCD unseren Fingerabdruck zu bewundern. Super. Dass der Chip, auf dem unsere Daten gespeichert sind, dem Zollbeamten Hinz und dem Streifenpolizist Kunz als schreibbar gegenübertritt, ist wohl eine lästige Nebenerscheinung. Den gefälschten biometrischen Daten – z.B. Schäubles Fingerabdruck (siehe Nr.92) in meinem Ausweis – ist es ohnehin egal. starbug und Constanze werden nicht müde zu erwähnen, dass die ganze eAusweis-Kampagne eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist. Die Industrie verspricht im Gegenzug die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Arbeiter der geschaffenen Arbeitsplätze sind dann auch diejenigen, die für die Kosten aufkommen. Win <-> win sozusagen.

Tourirismus!

29. Dezember 2008 von Guy Simonow

pr0n ohne Porn

29. Dezember 2008 von Guy Simonow

Es scheint sich einzubürgern, dass es pro Congreß eine pr0n-Lecture gibt – wohlweißlich schnell nach Saal 1 verlegt. Dieses mal in neuer Besetzung, obwohl ich die Dame vom letzten Mal auch auf dem ‘Device #25c3′ gesichtet habe – mit Nachwuchs.

Rose White hatte es letztes mal mit Guerilla-knitting. Das fand ich ja nicht so lustig. Ihre pr0n-Schiene heute hat mir da viel besser gefallen. Und das, obwohl sie ganz ohne schmutzige Bildchen auskam und dabei noch bücherwurmmäßig rüber kam. Aber ihre Fragestellung war doch ernsthaft gemeint und durch eine mysteriöse kollektive Betroffenheit hatte die ganze Sache irgendwie Relevanz. Außerdem kann Rose sehr charmant vortragen – fast keck! Auch NYC. Hab ihr ne Mail geschickt, dass ich für ihre Studien zur Verfügung stelle…

Wir helfen Euch, die Fnords zu sehen

29. Dezember 2008 von Carsten Seth

Für unsere nicht Nerds:was ist ein Fnord? Die letztjährigen Katastrophenmeldungen in denen offensichtlich ganz viele Fnords mitgesprochen wurden hier unter die nicht ganz ernstgemeinte Lupe betrachtet. Frank Rieger und Felix von Leitner gestalteten die Rückschau mit viel Humor und ordentlichen Annekdoten.
Es gab auch einige Preise zu vergeben, besonders gut kam der “Balls of Steel Award” beim Publikum an. Mitten in die veranstaltung platze noch der Eilbote der den beiden dann wie sollte es anders sein, einen Datenstollen brachte. Wir wünschen Guten Appetit mit diesem gelungenen Programm

Doe maar!

29. Dezember 2008 von Guy Simonow

Die bekannteste holländische Ska-Band hiess “Doe maar”. Das heisst: “Mach mal!”. (De bom – “die Bombe” war ihr größter Hit!) Bre hätte deren Gründer sein können. Was ist das? Eine Anstiftung zu sinnlosem Unfug? Doch Kunst? Womöglich Geschäft? Die Lecture-Performance ist aber ganz großartig. Bre weiß einen einzufangen und zu begeistern. Das sind auch abgefahrene Projekte, die er am Start hat: eine gelaserte Gabel ging noch so, aber der Cutter im Tintenpisserformat, der glitzernde Weihnachtsdeko ausgeschnitten, hat war schon echt cool! Bre Pettis ist aus einem Hardware-Hacker Kollektiv in NYC. Er uns seine “Mach mal”-Bewegung unter dem Titel Rapid Prototyping vorgestellt.
Das einzige, was ich mich hinterher noch gefragt habe war, ob schreiben wohl auch zu seinem “Mach mal ein Ding”-Konzept dazugehören würde. Ich hatte jedenfalls weder Strom noch Netz; mache jetzt mein Ding. Musste Stunden der Untätigkeit quasi hinnehmen…

neuer Tag, alter Schlauch

29. Dezember 2008 von Guy Simonow

Die Fülle des Congreß scheint bei uns auch ein kleiner Motivationshemmer dafür zu sein, die Location zu entern. Den CCC-Jahresrückblick haben wir also vom Sofa unseres Gastgebers aus per Stream verfolgt. Nach der ersten Stunde hätten wir das auch noch fast abgebrochen, weil just bei den Pointen immer der Stream abgekackt ist. Wir haben nur noch die Lacher mitbekommen, hahaha, sehr witzig.
Der Jahresrückblick ist aber immer erfrischend und unsere Heimat hat dieses Mal ja auch eine kleine Hauptrolle gespielt. Die Zerrerei um die Wahlcomputer haben wir sozusagen am eigenen Leib miterlebt. Jedes Mal nach dem Rückblick bedauere ich, kein CCC-Mitglied zu sein. Ich bin keines, da ich irgendwie keinen Hack aufzuweisen habe. Wie kann ich mich dann einem Hackerverein anschließen? Das ist, wie wenn ich schlechten Bands zuschaue, die Equiment für mehere k Euro mit sich rumschleppen und weder ihre drei Akkorde richtig spielen können noch ihre Gitarren gestimmt bekommen. Vielleicht darf man ja auch als Sympathisant mitmachen… Man könnten ja mal einen Hackerspace-Mittelhessen gründen? Dann könnte man denen wenigstens über die Schulter schauen. Macht wer mit?

Nach wiederlicher Pizza am Alex – was nicht anders zu erwarten war – haben wir entgegen unserer ursprünglichen Plänen doch das bcc betreten. Und wir sind eingetaucht in die Masse der Ahnungs- und Netzlosen. SmartPhone-Hardware. Das ist mal ne Bastelei. Ich musste neulich von unserem Mittelsten das Handy auseinanderbauen und dabei handelte es sich nur um eine steckengebliebene Flashkarte. Horror-eng! Bei Harald Welte gings allerdings noch ganz anders zu. Hier wurde die Hardware Architektur moderner Smartphones unter die Lupe genommen Smartphones bestehen aus zwei fast getrennten Recheneinheiten.Die eine ist für den GSM Stack und Sprachcodierung zuständig, die andrere kümmert sich um Klickibunti.
Den Vortrag von Stefan Esser habe ich anerkennend zur Kenntnis genommen. Ich bin halt eher für die kulturellen Themen zu gebrauchen. PHP gehört ja eigentlich schon ein wenig zu meinem Einzugsbereich aber diese Sicherheitsfragen sind doch etwas für Spezialisten. Das war ein Vortrag von Programmierern für Programmierer.

[inspic=82,left,fullscreen,thumb]Ben Kurz dagegen hatte auch wirklich abseitige Themen, aber einen solch erfrischenden Stil, ein formidables Englisch und schwierige tasks ‘einfach’ rübergebracht – coole Nummer! Bitte wieder einladen. Ich find irgendwie den Blog nichte mehr ahwk.org oder so… Ben ist auch so, wie man sich einen Hacker vorstellt: blitzgescheit, erfinderisch, unmoralisch moralisch, cool und hat eine Stimme, dass er ein Hörspiel einsprechen könnte.

Unten konnte ich mich immer in dieses a-Netz einbuchen. Das war echt cool. Hier oben im Kuppelsaal gibts das irgendwie nicht. Nur als FixedIP. Also bin ich zum NOC geschlendert um mir mal ne IP-Adresse zu holen. Ich hatte dieses ewige Neuverbinden mit verschiedenen Netzen satt. Die IP-Adresse hab ich tatsächlich nur mit meiner Geschichte bekommen. Nix mit Wäscheklammern, die einfach rumhängen, diese ganze Gateway-, Subnet-Fummelei über mich ergangen und: Pustekuchen. Überm herumspielen mit dem WLAN ist mir der Saft ausgegangen. Aber 25C3 könnte man auch den STyS-Congreß nennen: Stick to your seat. Im Kindergarten heisst das: Weg gegangen, Platz gefangen! (in manchen Gegenden auch ‘vergangen’). Mit Standy versucht den Exodus herauszuzögern…

Die Basis: DNS

28. Dezember 2008 von Guy Simonow

Dan Kaminski war heute nicht halb so betrunken wie letztes Jahr und hat sein Anliegen so ernsthaft wie nie vorgetragen. Man könnte meinen, dass die DNS-Vulnerability die er uns letztes Jahr vorgeführt hat, ihm sehr viel Arbeit eingebracht hat. Und nie wundert sich jemand, dass Dan viel mit Microsoft zusammenarbeitet? Seine diesjährie Klarheit hatte aber auch zur Folge, dass ich den Eindruck hatte, mehr zu verstehen als sonst. Ohne das ‘mehr’ näher ausführen zu wollen, meine ich, dass mir eines klarer wird – und das hat fast philosophische Implikationen: DNS ist deswegen so basal, so tiefliegen, so entscheidend für jegliche Kommunikation im Internet, weil es mit unserer menschlichen Sprache zu tun hat; mit dem Verstehens- und Regelraum, den wir für intersubjektiven und abstrakten Austausch ausbeuten. Funktioniert DNS nicht – und Dan sagt funktioniert es schon zu 1% nicht – ist alles kaputt. Niemand würde das aktuelle System ersetzen, das trotz aller Probleme und Schwächen irgendwie funktioniert. Niemand macht würde einen Rollout machen.

Dieses Jahr gabs keine Pommesgabel und weniger Lacher, aber sehenswert ist dieser Vortrag immer. Dan wird es noch erleben, das seine Probleme gelöst werden, glaube ich – wenn er nicht sogar daran beteiligt sein wird. Aber fertig wird die Sache trotzdem nie sein. Dafür ist die menschliche Sprache zu dynamisch – und DNS scheint mit dieser zu eng zusammenzuhängen.

The RAM Guy

27. Dezember 2008 von Guy Simonow

Jacob Appelbaum klärt uns darüber auf, dass – wenn ich das richtig verstanden habe – RAM noch auslesbar ist, wenn man ihm den Strom entzieht. Man könnte einen RSA-Key aus einem Riegel rauspressen, den man ausgebaut, in die Ecke geworfen und woanders wieder eingebaut hat. Um seine Thesen zu stützen hat er sich ein Team von Princeton-Leuten zusammengestellt, die krasse Sachen mit Hardware machen, um ihr Informationen zu entlocken, von denen ich keine Ahnung habe, wie ich mir deren Erscheinungsform vorstellen sollte. Aber obwohl die Sachen sich doch insgesamt ziemlich spookie anhören, hatte er den einen oder anderen Lacher auf seiner Seite: “the more you try, the harder you fail’! Alle OSS wurden ordentlich gebasht, keiner Hardwareschmiede das Vertrauen ausgesprochen; da bleibt bei den Nerds natürlich kein Auge trocken. Ich hatte Appelbaum eher als Irgendwie-Aktivisten in Erinnerung, der gefühlige Aufrufsessions abhielt, so war das doch dieses Mal so ganz technologischtechnisch.

Nachtrag: Die Ticketsituation ist in aller Munde

Besänftigung: steam engine monitoring association (TÜV)

27. Dezember 2008 von Guy Simonow

Der Vortrag über Asmiov Regelverstösse läuft und ich schaue ihn mir an. Nein, ich sitze nicht im Saal 2, wo ich eigentlich hingehöre, ich sitze auf nem Sofa in der Lounge zu dritt und schaue mir den Stream an. Bisher hatte ich keinen einzigen Ruckler, keinen Hänger, keine Unterbrechung. Ich weiß gar nicht wie oft ich auf Holz klopfen soll. Ich glaube ich habe einen guten Tipp bekommen, den ich eigentlich gar nicht weitergeben will ;O bist du in der Mitte, nutze: 25C3-Level-B-11a. Ich hatte mich da nicht eingeloggt – wie meine Nachbarn wohl auch – weil ich dachte, es handle sich um einen veralteten Standard, der da bedient würde. g macht das Netz allerdings auch – und in welcher Stabilität. *dreimalmehraufholzklopf*

Nicht im Saal sein verfälscht natürlich das Congreßfeeling ein bißchen. Man könnte das ja dann auch zu Hause anschauen. Aber cool ist das irgendwie trotzdem. Roboter sind auch irgendwie ein sexy Thema. Frank Rieger macht auch immer kleine Exkursionen in die Geschichte. Sehr nett. Der TÜV z.B. wurde als Dampf-Maschinen-Überwachungsgesellschaft gegründet. Das ist auf Englisch wirklich ein lustigeres Wort.


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