Datenpannen galore!
[inspic=73,left,fullscreen,thumb]Haarspalter könnten fragen, ob eine technische Panne gleichzeitig eine Datenpanne ist. In unserem Fall wäre die Frage, ob das ausbleiben der Daten auf der Leinwand als Datenpanne in unserem Sinne zu werten wäre. Jedenfalls fing wegen dieser Datenpanne der Datenpannen-Vortrag 10min später an, hatte aber durch die Verspätung nichts von seiner Brisanz eingebüst. Das Jahr der Datenpannen 2008 war wirklich ein gutes Jahr – zumindest aus der Sicht der Pannenliebhaber.
Von Lidls Kameraüberwachung über die großen Datenpannen bei Behörden und ehemaligen rosa Behörden ging die Reise und mündete in einem Forderungskatalog, der ein wenig ungeordnet daherkam. Man ist sich im Nachhinein nicht ganz klar darüber was als Forderung wirklich bleibt, aber die Kunst des CCC Hacker-Marken zu kreieren macht auch vor den Forderungen zu umdenkendem Umgang mit persönlichen Daten nicht halt. Was also bleibt, ist der Datenbrief. Die Forderung, jeder Datenerheber/Verwender möge verpflichtet werden, uns einmal jährlich darüber zu informieren, dass Daten von uns bei ihm vorliegen und uns die Möglichkeit des Opt-Out geben. Nichts hat Constanze Kurz darüber gesagt, wie wir mit dem Datenbrief-Spam klarkommen sollen. Es macht doch den Eindruck, dass nicht nur das eine oder andere Unternehmen persönliche Daten von uns verwaltet. Es macht den Eindruck, als wären selbst unsere familiären Daten, unsere Kontoverbindungen und wahrscheinlich auch die Note unseres Mundgeruchs ein mehr oder minder geduldetes Handelsgut. Dagegen aufzubegehren ist zwar Pflicht, aber der Forderungskatalog ist letztlich doch zu lang, ein wenig zu optimistisch und schwer auf unsere subjektiven Ebenen herunterzubrechen. Datenvermeidung ist hier wie Energiesparen: sicherlich Sinnvoll aber beschissenerweise irgendwie manchmal nicht durchführbar; Forderungen die wie diffuse Absichtserklärungen an uns vorbeischleiern und letztlich ein Unbeghagen zurücklassen, dass sich schwer formulieren läßt…
Schön finde ich die Überlegung, dass sich mir das Gefühl aufdrängt, dass dieses eine Mal ein Medienereignis für uns arbeitet. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es 2007, 2006 oder 1987 weniger oder womöglich weniger schlimme Datenpannen gegeben hat. Aber durch die unglaublichen Geschichten aus England brauchten wir nun auch endlich einen ordentlichen Datenskandal hier und mindestens das eine oder andere Skandälchen dort, um im internationalen Pressegerausche noch wahrgenommen zu werden. Eine Welle, die ausnahmsweise für uns schwappt. Let’s surf it!