Die Basis: DNS
Dan Kaminski war heute nicht halb so betrunken wie letztes Jahr und hat sein Anliegen so ernsthaft wie nie vorgetragen. Man könnte meinen, dass die DNS-Vulnerability die er uns letztes Jahr vorgeführt hat, ihm sehr viel Arbeit eingebracht hat. Und nie wundert sich jemand, dass Dan viel mit Microsoft zusammenarbeitet? Seine diesjährie Klarheit hatte aber auch zur Folge, dass ich den Eindruck hatte, mehr zu verstehen als sonst. Ohne das ‘mehr’ näher ausführen zu wollen, meine ich, dass mir eines klarer wird – und das hat fast philosophische Implikationen: DNS ist deswegen so basal, so tiefliegen, so entscheidend für jegliche Kommunikation im Internet, weil es mit unserer menschlichen Sprache zu tun hat; mit dem Verstehens- und Regelraum, den wir für intersubjektiven und abstrakten Austausch ausbeuten. Funktioniert DNS nicht – und Dan sagt funktioniert es schon zu 1% nicht – ist alles kaputt. Niemand würde das aktuelle System ersetzen, das trotz aller Probleme und Schwächen irgendwie funktioniert. Niemand macht würde einen Rollout machen.
Dieses Jahr gabs keine Pommesgabel und weniger Lacher, aber sehenswert ist dieser Vortrag immer. Dan wird es noch erleben, das seine Probleme gelöst werden, glaube ich – wenn er nicht sogar daran beteiligt sein wird. Aber fertig wird die Sache trotzdem nie sein. Dafür ist die menschliche Sprache zu dynamisch – und DNS scheint mit dieser zu eng zusammenzuhängen.