neuer Tag, alter Schlauch
Die Fülle des Congreß scheint bei uns auch ein kleiner Motivationshemmer dafür zu sein, die Location zu entern. Den CCC-Jahresrückblick haben wir also vom Sofa unseres Gastgebers aus per Stream verfolgt. Nach der ersten Stunde hätten wir das auch noch fast abgebrochen, weil just bei den Pointen immer der Stream abgekackt ist. Wir haben nur noch die Lacher mitbekommen, hahaha, sehr witzig.
Der Jahresrückblick ist aber immer erfrischend und unsere Heimat hat dieses Mal ja auch eine kleine Hauptrolle gespielt. Die Zerrerei um die Wahlcomputer haben wir sozusagen am eigenen Leib miterlebt. Jedes Mal nach dem Rückblick bedauere ich, kein CCC-Mitglied zu sein. Ich bin keines, da ich irgendwie keinen Hack aufzuweisen habe. Wie kann ich mich dann einem Hackerverein anschließen? Das ist, wie wenn ich schlechten Bands zuschaue, die Equiment für mehere k Euro mit sich rumschleppen und weder ihre drei Akkorde richtig spielen können noch ihre Gitarren gestimmt bekommen. Vielleicht darf man ja auch als Sympathisant mitmachen… Man könnten ja mal einen Hackerspace-Mittelhessen gründen? Dann könnte man denen wenigstens über die Schulter schauen. Macht wer mit?
Nach wiederlicher Pizza am Alex – was nicht anders zu erwarten war – haben wir entgegen unserer ursprünglichen Plänen doch das bcc betreten. Und wir sind eingetaucht in die Masse der Ahnungs- und Netzlosen. SmartPhone-Hardware. Das ist mal ne Bastelei. Ich musste neulich von unserem Mittelsten das Handy auseinanderbauen und dabei handelte es sich nur um eine steckengebliebene Flashkarte. Horror-eng! Bei Harald Welte gings allerdings noch ganz anders zu. Hier wurde die Hardware Architektur moderner Smartphones unter die Lupe genommen Smartphones bestehen aus zwei fast getrennten Recheneinheiten.Die eine ist für den GSM Stack und Sprachcodierung zuständig, die andrere kümmert sich um Klickibunti.
Den Vortrag von Stefan Esser habe ich anerkennend zur Kenntnis genommen. Ich bin halt eher für die kulturellen Themen zu gebrauchen. PHP gehört ja eigentlich schon ein wenig zu meinem Einzugsbereich aber diese Sicherheitsfragen sind doch etwas für Spezialisten. Das war ein Vortrag von Programmierern für Programmierer.
[inspic=82,left,fullscreen,thumb]Ben Kurz dagegen hatte auch wirklich abseitige Themen, aber einen solch erfrischenden Stil, ein formidables Englisch und schwierige tasks ‘einfach’ rübergebracht – coole Nummer! Bitte wieder einladen. Ich find irgendwie den Blog nichte mehr ahwk.org oder so… Ben ist auch so, wie man sich einen Hacker vorstellt: blitzgescheit, erfinderisch, unmoralisch moralisch, cool und hat eine Stimme, dass er ein Hörspiel einsprechen könnte.
Unten konnte ich mich immer in dieses a-Netz einbuchen. Das war echt cool. Hier oben im Kuppelsaal gibts das irgendwie nicht. Nur als FixedIP. Also bin ich zum NOC geschlendert um mir mal ne IP-Adresse zu holen. Ich hatte dieses ewige Neuverbinden mit verschiedenen Netzen satt. Die IP-Adresse hab ich tatsächlich nur mit meiner Geschichte bekommen. Nix mit Wäscheklammern, die einfach rumhängen, diese ganze Gateway-, Subnet-Fummelei über mich ergangen und: Pustekuchen. Überm herumspielen mit dem WLAN ist mir der Saft ausgegangen. Aber 25C3 könnte man auch den STyS-Congreß nennen: Stick to your seat. Im Kindergarten heisst das: Weg gegangen, Platz gefangen! (in manchen Gegenden auch ‘vergangen’). Mit Standy versucht den Exodus herauszuzögern…