Archiv der Kategorie '23c3-Day 1'

Dan ‘the man’. The King IS alive.

Freitag, den 29. Dezember 2006
Dan 'Elvis' The Man

Man versteht ja leider nur die Hälfte - wenn überhaupt - von dem, worüber Dan Kaminsky uns berichtet, aber die Show ist unerreicht. It rocks. Vor allem die Empathie seinem absurden Kram gegenüber kommt beim Publikum an und ein Teil seiner Visualisierungsideen hat es selbst in meinen Verständnishorizont geschafft. Dan visualisiert alles Mögliche und dieses Jahr war es ein HEX-Code bash und seine Idee von Byteweiser Dateivisualisierung, wenn ich das richtig verstanden habe. Als Zugabe gab es dann doch noch ein oder zwei Hackeranekdoten von dem Mann, durch dessen Wohnzimmer der größte Internet-Backbone gelegt worden zu sein scheint. Aus der Bioinformatik stammt sein diesjähriger Forschungsansatz und so gekonnte Schlenker in Sprachwissenschaft, Informatik und Netzwerktechnologie kriegt man wohl sonst nirgends. We will attend his show next year.

Barrierefreiheit mit Zwischenfall

Donnerstag, den 28. Dezember 2006
'Ich sehs mir gleich mal an'

“Aus dem Leben gegriffen” ist tatsächlich eine gute Lektion. Sebastian Andres lies uns erfahren, wie ein tatsächlich Blinder Webseiten sieht. In unseren Bürogesprächen und Internetforen gibt es ja immer nur imaginierte Blinde und Leute, die von Leuten etwas erzählt bekommen haben, wie Blinde tatsächlich ihre auf Barrierefreiheit getrimmten Seiten ‘angeschaut’ haben. Die Realität sieht dementsprechend auch in manchen Dingen irgendwie unspektakulärer aus, ist aber doch beruhigend. Schaut man sich eine Seite in lynx oder links an, ist sie dann auch noch einigermaßen bedienbar, ist man schon auf einem guten Weg - die Webdesigner-Barriere ‘Blinde’ so gut wie aus dem Weg geräumt. Eine Braillezeile für ein stinknormales Asus-Notebook kostet übrigens 20.000 Euro. Damit sich die Anschaffung lohnt wollen wir alle unser bestes tun!

Start-Up in der Scheune

Donnerstag, den 28. Dezember 2006
Bill und Zuse

Es wird wohl Zeit, dass wir es Konrad Zuse nachtun und uns auf irgendeinem Dorf in der näheren Umgebung (vielleicht Lich oder so) eine Scheune mieten und irgendwas wildes zusammenschrauben. Die Z1 entstand noch im Wohnzimmer - auch ein Klassiker - wohingegen die Z4 dann endlich ihr Licht der Welt in der Scheune entdeckte. Und das auch noch im schönen Hessenlande. Oma Gretls Geschichte vom Zusammentreffen mit Konrad Zuse war mir allgegenwärtig wenn auch quasi ein Privatvergnügen. Als chillout-Abschluss für einen langen Tag war das Live-Hörspiel ein voller Erfolg. Mit allem Schnick-Schnack: mehrere Stimmen, schöne zeitgenössische Samples, passende Musik und der Bill-Situation. Zuse als Künstler und Bill als… ja was eigentlich?

digitale Bildforensik

Donnerstag, den 28. Dezember 2006
Bildforensik Sudoku

Sehr interessant - deswegen wahrscheinlich auch bumsvoll. Aber für mathematische Ergüsse waren wir wohl eindeutig zu geschlaucht. Eine wichtige Quintssenz haben wir wohl dennoch mitbekommen: es scheint zu gehen! Mittels ausgefuchster mathemathisch physikalischer Verahren kann man herausfinden, ob a) ein Bild verzerrt, gedreht oder trapezisiert wurde - wenn mans nicht auf anhieb sieht, wie so oft - und b) man kann ein digitales Bild einer bestimmten Kamera zuordnen. (mittels des Sensorrauschen). Puuh. Für den letzten Vortrag extrem harter Tobak - aber ein sympathischer Nerd, der Vortragende. Jetzt nur noch Zuse zusehen, dann wird Tag 1 ausgeklungen.

akademische Vereinsmeierei

Mittwoch, den 27. Dezember 2006
Lasst die Banner wehen

Luft hol - gaaanz tief. Wikipedia ist eine Institution geworden - mit allen Vorzügen und Nachteilen, die Institutionen - und vor allem akademische Institutionen - so an sich haben. “Das klingt jetzt alles läppisch, was ich hier sag, aber überlegt mal was das für konsequenzen hätte, wenn ich die URL so und so verändere…” (Livezitat)
Man kommt sich ein bißchen vor, wie in einer propädeutischen Vorlesung von zwei total beliebten jung dynamischen Profs. Erstsemester bitte vortreten und die Sache super finden! Wikipedia ist wichtig, ich weiß, Herr Müller-Lüdenscheid. Sie werden mir aber noch erzählen, wie die neuen tollen zitierbaren URLs aussehen, oder? Nein. Anscheinend nicht. Für diese Frage muss in Zusammenarbeit mit duzenden Bibliotheken verhandelt werden und in mühevoller Kleinarbeit ein RFC ausgearbeitet werden. Doch ein Fall für ein Forschungsprojekt mit DFG-Mitteln - in fünf Jahren oder so…

T ‘n T - it’s dynamite

Mittwoch, den 27. Dezember 2006

Tracking and Tracing von Personen und Sachen. Nun. Dass Sachen tracken für Logistik-Unternehmer sinnvoll sein kann erschließt sich einem ziemlich schnell auch ohne Nachdenken. Daß Personentracking eigentlich hauptsächlich Schandluder ist, habe ich mir vorher eigentlich auch schon gedacht. Nun. Die eine oder andere Idee, die man nur aus Scifi-Streifen kennt, scheint inzwischen Wirklichkeit geworden zu sein oder jedenfalls ernsthaft erforscht zu werden. Autos, die miteinander kommunizieren um an Kreuzungen aneinander vorbei zu fahren oder ähnliches. Bei TollCollect weiß man nicht mehr, ob Toll von ‘die sammeln Daten wie toll’ kommt oder von ‘toll wie die Daten sammeln können’ kann man sich natürlich aussuchen. Datawarehouses sind übrigens Datenbanken, die alles doppelt sammeln und auch noch stolz darauf sind - und sogar Ooffice kann mittlerweile etwas damit anfangen. Insgesamt kurzweilig und, da Schwaben abscheinend nicht gerne englisch sprechen, auf Deutsch, was - ganz ehrlich - mal eine kleine Erholung war.

keine Weihnachtsgeschenke

Mittwoch, den 27. Dezember 2006
Der Apfel von Eris, Göttin des Chaos (Logo 22C3)

Wie nicht anders zu erwarten: OpenSource-Software hat mit Geschenken relativ wenig zu tun. Alles, was ich bisher über die Theorie des Geschenks wußte, kam zur Sprache und wurde dafür ins Feld geführt, dass es sich hier im Falle von OpenSource-Software vordergründig nicht um eine ‘gift-society’ handeln kann: Es kommt zu keinem Austausch von ‘commodities’ - von Dingen letztlich - keine Reziprozität ist der freien Distribution inherent. Die Vorschläge von Petersen gingen eher in Richtung einer ‘demand<->sharing’ Gemeinschaft, in der das soziale Geflecht, in dem sich der Software-Entwickler befindet und befinden will, eine größere Rolle spielt, als der Aspekt des ‘kostenlosen Weggebens’. Die Gemeinschaft wird durch den ‘flow’ des Codes aufrechterhalten und diesem anzugehören bedarf es einer gewissen Einspeisung in das System (damit hätte man auch eigentlich die Bug-reporter, beta-tester und Kommentierer mit ins FOSS-Boot geholt!). Anleihen für das System ließen sich wohl auch in der akademischen Wissensgesellschaft finden, die sich - nach Aussagen von Gregers Petersen - aber in jener Hinsicht auf dem absteigenden Ast befindet!

Inspirierend auch weil ich mich in der Sprache irgendwie heimisch fühle…

Hackcenter & Rauchertreff

Mittwoch, den 27. Dezember 2006
Space Lounge

Wie im letzten Jahr ist Rauchen in dem Gebäude zwar erlaubt, jedoch nicht gerne gesehen. Deswegen wird sich draußen vor der Tür getroffen, das hat schon etwas von der Raucherecke auf dem Schulhof nur das hier die Nerds unter sich sind, letztes Jahr nur mit Hemd und Jacket, dieses Jahr ist es nicht so Nasskalt so das es sich definitiv im Kapuzenpulli viel besser angehen lässt.

Das Hackcenter hat seinen Character stark von “so viele Computer wie möglich” in einen Lounge-Club umgewandelt, was den Aufenthalt in den Pausen deutlich netter Gestaltet.

Identity and Privacy - Datenräuber überall!

Mittwoch, den 27. Dezember 2006
Sum up

Eine geballte Ladung “passt auf eure Accounts auf und vertraut niemandem”, die schmerzt, aber auch hin und wieder sein muss - so wie Fußnägel schneiden oder zum Zahnarzt gehen. “Layers of identity”, Identitymanagement, ID-Card, vCard und wie hieß das noch bei Vista? Manchmal scheinen unsere Datenschutzengel ein wenig zu vergessen, dass es Situationen gibt in denen man tatsächlich der sein will, der man ist und glaubt zu sein. Jedenfalls war das meiner Meinung nach der berechtigte Einwand aus dem Plenum…

Demontage

Mittwoch, den 27. Dezember 2006
Mr. Las Vegas

Joshua Ellis, Mr. Las Vegas, hat sein bestes gegeben und mit steilen Thesen und Überfluß-bashing sich keine Freunde gemacht. Er war in meinen Augen zwar etwas ’schwach aufgestellt’ wollte aber - und das ist sein gutes Recht - Aufmerksamkeit für Probleme jenseits technologischer Dekadenzprobleme wecken. Mit seinen Schlußfolgerungen war er etwas vorschnell, aber ihn derart zu maßregeln war auch nicht beonders fair. Er hats doch im Grunde gut gemeint: Siehe wie sie verhungern, glaubt ihr es kümmert sie einen Dreck, wie MySpace funktioniert? Und damit hat er eigentlich einen Punkt, der ihm auch nicht streitig zu machen ist mit dem Hinweis, dass Kommunikation und Vernetzung Öffentlichkeit schaffen kann, Linderung versprechen sollte. Er kriegt in meinen Augen immerhin einen dicken Sympathiepunkt!