Dealer Microsoft
Mittwoch, den 14. März 2007Etwas kostenlos zu bekommen ist eine gängige Methode, um Leute an ein Produkt zu binden. Es ist doch die Gewöhnung, die an alten Zöpfen festhalten lässt. Ich hatte mir schon vor 10 Jahren gedacht, dass es Firmenpolitik von Microsoft sei, die vermeintlichen Kunden an ihr omnipräsentes Produkt so zu gewöhnen, dass sie keine Alternativen mehr wahrnehmen können. Doch jetzt ist diese Annahme vom Chef der Business Division bei Microsoft bestätigt worden: wie Microsoft seine Piraten anfixt. Könnte man den Markt für Betriebssysteme mit der Autoindustrie vergleichen, gebe es neben der Formeneinheit auch keine Innovationen mehr. Ist doch Konkurenz immer ein Grund, um Technologien weiterzuentwickeln. Ein Aufschrei würde auch durch die Politik gehen; ein Produkt eines Monopolisten, das auf über 90% der Rechner läuft bzw. auf unseren Straßen - doch eigentlich undenkbar! Immerhin hat die Europäische Union das eingesehen und übt druck auf Microsoft aus: die Geheimnisskrämerei um ihre Softwareschnittstellen solle etwas entschäft werden. Ihnen ist jedoch noch nicht aufgefallen, dass die Hardwarehersteller keinen Deut besser sind, als die Checker aus Redmond. Grafikkartenhersteller leben gerade davon, ihre Treiber soweit wie möglich unter Verschluß zuhalten. Ist es also an der Zeit, sich mit anderen Systemen, anderer Hardware auseinanderzusetzen? So schwer der Umstieg auch aussehen mag - die Benutzer haben sich seit Ewigkeiten den Eigenheiten der Benutzerführung des Monopolisten angepasst. Aber ich lasse es euch wissen: Es gibt Alternativen! Und hat man deren Verhalten verstanden, wirken sie garnicht mehr so fremd und unverstehbar.
So ganz kann ich die Microsoft-Meldung allerdings nicht ernst nehmen. Es ist doch mit einigem Aufwand verbunden, Windows XP als Raubkopie am laufen zu halten; bei Vista wird es dank unzähligen Genuine-Engine-Updates fast unmöglich sein. Es wird so langsam Zeit, dass die Benutzer sich emanzipieren und verstehen, dass es auch andere Produktivsysteme ausserhalb des Klickibunti-Universums gibt. Einen Ansatz dafür scheint sich anzubahnen: Dell wird von Kunden genervt, sie sollten endlich vorinstallierte Linux-Notebooks verkaufen. Immerhin würde das nicht dem reichsten Menschen unseres Planeten zusätzlich und unnötig Geld in den Rachen werfen, oder anders gesagt: würden sie diesem Mann und seiner Werbung vertrauen?

