grenzwertig

27. Dezember 2008 von Guy Simonow
Gang voll

Es ist zu voll. Es ist nicht möglich, sich als normal-sterblicher in einen Vortragssaal zu begeben, um einem Vortrag zu lauschen. Ich wäre ja sogar zufrieden, in einer ruhigen Ecke sitzen zu können und mir den Stream auf dem Notebook anzuschauen, aber selbst das ist eine viertelstündige Odysee. Ein freier Platz ist eine Sache, ein freier Platz mit einigermaßen Connect ins WLAN eine ganz andere.

Lounge voll

Da es bereits später Nachmittag ist, man sich fühlt, wie tief in der Nacht und die ersten Euphorienergien bereits verbraucht sind, melden sich leise Zweifel ob der Sinnhaftigkeit eines solchen Congreßbesuchs, bei dem man den Vorträgen im Prinzip kaum folgen kann. Es ist einfach zu voll. Wenn man schon zwanzig Minuten vor Beginn einer Veranstaltung nur mit Glück einen Stehplatz ergattern kann, rumtigert mit platten Füßen und keinen Platz findet um dieselben kurz auszuruhen und selbst für das Wasser, das einen hoffentlich vor den Kopfschmerzen bewahrt fast eine halbe Stunde beim Catering anstehen muss, merke ich, dass ich anscheinend zu alt oder zu spießig oder beides geworden bin, um das noch gut finden zu können.

Hackcenter voll

Ich versuche ein Bild von der Situation zu machen, werde im Hackcenter (wohl zurecht) angemacht, weil keine Fotos gemacht werden sollen - ich verspreche nur die Lichter zu auszuschneiden - und lande dann doch noch im Mittelbau, in der Catering-Lounge. Ich hoffe, ich kriege noch einen WLAN-Connect, der mir wenigstens erlaubt den Audiostream zu verfolgen. Noch gehts, aber noch ist auch Pause. Je mehr Notebooks, desto geringer die Chance auf den Stream. Audio scheint aber einigermaßen zu laufen, wenn man denn im WLAN eingeloggt ist.

Nun. Schwächen des letzten Jahres sind auf jeden Fall ausgemerzt worden. Die Lounge unter Saal 1 ist wieder gemütlicher. Zwar nicht so stylish wie letztes Jahr - aber ich bin sowieso eher für gemütlich. Das Netz fiunktioniert insgesamt besser, wobei ich eigentlich nur etwas über das WLAN sagen kann; Kabel habe ich noch nicht ausprobiert. Wir haben uns zwar im Vorfeld auf alles Mögliche vorbereitet, aber die Kabel sind jetzt alle bei Kollege Carsten in der Tasche. Der musste sich heute wegen akuter Kopfschmerzen schon vor 5 nach Hause ins Bett machen. Ich muss hier allein die Stellung halten - zumindest bis zu Dans Auftritt - was mir aber zugegebener Maßen auch nicht wirklich leicht fällt…

es gibt auch verrauchte Congreßluft

27. Dezember 2008 von Guy Simonow
Raucherlounge

Nach den ersten Vortragssitzungen ist erstmal eine Verschnaufpause und ein kleines food-update an der Reihe. In Sandro Gaykens Vortrag saß ich zwar, habe ihn allerdings irgendwie an mir vorbeirauschen lassen. mrtopf.de fasst Gayken allerdings ausführlich zusammen.

Die Lounge ist jedenfalls wieder da: rauchen, Strom, mittelmäßiges Netz - aber Netz! - und für meinen Geschmack viel zu laute Musik. Der Adrenalinpegel muss wohl hochgehalten werden. So wie die Lounge ein Lückenfüller ist, ist es dieser Post ebenso. Inspiration wird sich mit der Zeit wieder einstellen; die nächsten Panel warten auf uns…

Datenpannen galore!

27. Dezember 2008 von Guy Simonow
Konstanze faces datenpanne and wants datenbrief

Haarspalter könnten fragen, ob eine technische Panne gleichzeitig eine Datenpanne ist. In unserem Fall wäre die Frage, ob das ausbleiben der Daten auf der Leinwand als Datenpanne in unserem Sinne zu werten wäre. Jedenfalls fing wegen dieser Datenpanne der Datenpannen-Vortrag 10min später an, hatte aber durch die Verspätung nichts von seiner Brisanz eingebüst. Das Jahr der Datenpannen 2008 war wirklich ein gutes Jahr - zumindest aus der Sicht der Pannenliebhaber.

Von Lidls Kameraüberwachung über die großen Datenpannen bei Behörden und ehemaligen rosa Behörden ging die Reise und mündete in einem Forderungskatalog, der ein wenig ungeordnet daherkam. Man ist sich im Nachhinein nicht ganz klar darüber was als Forderung wirklich bleibt, aber die Kunst des CCC Hacker-Marken zu kreieren macht auch vor den Forderungen zu umdenkendem Umgang mit persönlichen Daten nicht halt. Was also bleibt, ist der Datenbrief. Die Forderung, jeder Datenerheber/Verwender möge verpflichtet werden, uns einmal jährlich darüber zu informieren, dass Daten von uns bei ihm vorliegen und uns die Möglichkeit des Opt-Out geben. Nichts hat Constanze Kurz darüber gesagt, wie wir mit dem Datenbrief-Spam klarkommen sollen. Es macht doch den Eindruck, dass nicht nur das eine oder andere Unternehmen persönliche Daten von uns verwaltet. Es macht den Eindruck, als wären selbst unsere familiären Daten, unsere Kontoverbindungen und wahrscheinlich auch die Note unseres Mundgeruchs ein mehr oder minder geduldetes Handelsgut. Dagegen aufzubegehren ist zwar Pflicht, aber der Forderungskatalog ist letztlich doch zu lang, ein wenig zu optimistisch und schwer auf unsere subjektiven Ebenen herunterzubrechen. Datenvermeidung ist hier wie Energiesparen: sicherlich Sinnvoll aber beschissenerweise irgendwie manchmal nicht durchführbar; Forderungen die wie diffuse Absichtserklärungen an uns vorbeischleiern und letztlich ein Unbeghagen zurücklassen, dass sich schwer formulieren läßt…

Schön finde ich die Überlegung, dass sich mir das Gefühl aufdrängt, dass dieses eine Mal ein Medienereignis für uns arbeitet. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es 2007, 2006 oder 1987 weniger oder womöglich weniger schlimme Datenpannen gegeben hat. Aber durch die unglaublichen Geschichten aus England brauchten wir nun auch endlich einen ordentlichen Datenskandal hier und mindestens das eine oder andere Skandälchen dort, um im internationalen Pressegerausche noch wahrgenommen zu werden. Eine Welle, die ausnahmsweise für uns schwappt. Let’s surf it!

25c3 - nothing to hide…

27. Dezember 2008 von

…but itself. In Saal 1 ist kein Hereinkommen mehr. Wir waren zu spät - ganze fünf Minuten - doch eigentlich hätte man sich wohl vor einer halben Stunde einen Platz reservieren müssen. So sind die Türen geschlossen und die Veranstaltung versteckt sich vor sich selbst.

Händeringend versuchen wir DVB-T an den Start zu bringen, auch um das Netz nicht zu belasten. Aber es macht den Anschein, dass dieses Mal nicht gebroadcastet wird. Wir müssen auf den Stream umsteigen. Da ich mit meinem bösen OS mich im n-WLAN eingeloggt habe scheint die Verbindung gut zu funktionieren. Ich bin quasi platt: Das erste mal stabiles WLAN auf dem Kongreß. Das reicht sogar für einen guten Stream. Geil.

John Gilmore haben wir auf einem der letzten Kongresse mit seinem Kurbelnotebook schon einmal in ein Gespräch verwickelt. Das war sehr interessant; doch von dem Vortrag haben wir leider nur Bruchstücke mitbekommen. Es scheint ein Apell für Aufmerksamkeit zu sein: Wer will was über uns wissen? Warum will wer was über uns wissen? Was bedeutet Privatsphäre heutzutage? Ein Standardthema für den Kongreß, aber immer wieder ein wichtiges - vielleicht tatsächlich das zentrale Thema einer sich subjektivierenden Welt…

Keine 60er-jahre Western mit Haut.

27. Dezember 2008 von Guy Simonow

Wir sind auch in Berlin angekommen. @reebdreworx auf der Autobahn getroffen. Lichtzeichen per Notebookdisplay als Kommunikationshack im Vorfeld. Links zu sehen ein Screenshot der Diplaysanzeige beim herauszeigen aus dem Fenster der Beifahrerseite. Wir sind dabei uns einzustimmen.

Allerdings muss nach dem erfolgreichen Eintrittskarten update noch am Prenzlauer Berg eingecheckt werden. Tamas ist unser Host. Wie jedes Jahr; und wie jedes Jahr ein bißchen anders. Die letzten Jahre haben wir eine verwaiste Wohnung in Empfang genommen, in der der Gastgeber nur qua seiner Einrichtung anwesend war: der Dunst der Kippen, der noch in der Luft hing, die CD-Sammlung im Regal, die Gläser im Küchenschrank. Dieses Jahr hat uns zwar wieder eine verwaiste Wohnung in Empfang genommen - nur umgekehrt: Ohne Inventar aber mit Gastgeber. Mit Tamas durch die Nacht ist ‘urban’ pur! Nach der tourimäßigen pseudoalternaitven Weinbar zu den “Polaroyds” im Bassy. Dort dann 60er pur, sowohl Musik als auch Bar. Geil! Das Kurzstreckentaxi wurde auch bemüht - das ist was für Eingeweihte.
Unser Gastgeber hat, wie wir feststellen müssen allerdings auch eine dunkle Seite. CS:S auf einem nagelneuen MacBook pro. Windows boot mit beleuchteter Tastatur und Apfeltaste. Wenn das mal eine Vorbereitung für morgen ist? Wir werden sehen.

Programmmäßig sind wir schlechter vorbereitet als sonst, was auch ein bißchen der Verläßlichkeit des Fahrplans geschuldet ist. Das soll aber nicht die Vorfreude trüben. Wir lassen es mal auf uns zukommen und werden versuchen die Keynote auf jeden Fall mitzunehemen. Sandro Gayken habe ich die letzten Jahre auch gehört und bin überrascht über den prominenten Platz. Der erste Vortrag, den ich gehört habe, war in Saal 4; der ist so klein, den giebts schon gar nicht mehr… Der Philosoph rockt anscheinend. Für mich als alter Philosophie-Nebenfächler eine besondere Spannung.

Wiederbelebung: 25C3 wir kommen!

24. Dezember 2008 von Guy Simonow

So kurz vor dem Feste noch die Feststellung des Überlebens. Wir machten es uns zur Gewohnheit, zwischen den Jahren in die Hauptstadt zu reisen, um einer mysteriösen Zusammenkunft beizuwohnen. Dieses Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto “Nothing to hide” und wir haben schon immer die böswillige Zweideutigkeit der Congress-Claims geliebt.

Jetzt müssen wir aber erstmal Weihnachten hinter uns bringen. Heute Nacht ist in unserer guten Stube der Weihnachtsbaum umgefallen. Wie das zu deuten ist, vermag ich nicht zu sagen, aber definitiv müssen heute noch ein paar neue Kugeln her. Ohne Kugeln, ohne Lametta kein Weihnachten - so sieht’s aus.
Bis dahin sammle ich noch ein wenig, was so Congress-vorbereitend zu tun, zu rezipieren und bemerken wäre:

* Congress-Fahrplan
* Congress-Blog
* Congress-Wiki
* 25c3-Twitter

für später:

* Mitschnitte der Vorträge

Netzpause

27. Dezember 2007 von Guy Simonow
steampunk

Das bloggen wird einem nicht leicht gemacht dieses Jahr. Ersteinmal musste ein adäquater Platz gefunden werden, um auch in ganz echter basalaer Reallivekomunkationssituation bestehen zu können. Die zentrale Kuppeleinheit, das Herzstück des ‘Berlin Congress Center’, wurde zu Nemos Kantine umfunktioniert und hat dadurch leider den Abhängcharme verloren. Der Hackcenter ist voll und irgendwie hat man da sowieso immer den Eindruck verschworene Gemeinschaften oder eine Aneinanderreihung Autarker zu stören, aber die Lounge hats diesmal echt in sich. Doppelte größe, Musik leider doppelt so laut, Teppich überall und rauchen erlaubt, yes! So als Hesse ist man da schon ganz verschämt, wenn man mit vielen Leuten in einem Raum sitzt und volle Aschenbecher sieht.
Also der Platz in der Lounge ist aufgeschlagen und die ersten Eindrücke kann man getrost revuepassieren lassen. Wie jedesmal ist ein starker Eindruck ist die Suche nach dem Netz. WLAN ist dieses Jahr bisher mehr als schwierig also so gut wie abwesend. In der Lounge haben wir jetzt ein Kabel gelegt. Vom Switch in der Ecke einmal durch den ganzen Raum. Wir kriegens noch verteilt!
In Anbetracht der Tatsache, dass endlich Netz da ist, allein das ist schon ein riesen Spaß immer, kann ich wohl auf das nächste Panel verzichten. Längere Pause, al wieder Essen, Schlendern und durch die Massen waten. Nicht nur die Nachzügler, auch wir kommen langsam an.

Die Computerwanze

27. Dezember 2007 von Guy Simonow
computerwanze

Zu liebevoll sei die bezeichnung Bundestrojaner meinte Constanze Kurz und recht hat sie natürlich. Die Gegenargumente zeigen sich als abgeschmeckte Melange aus sarkastisch kommetierter technischer Unmöglichkeit und perifider purer Überwachungslust der Behörden. “Hauptsache wir haben mal so ein Gesetz in der Tasche. Was wir dann damit machen?

trojaner

Schaun mer mal, was so geht!”. Das BKA suche wohl zwei BAT-Kräfte die es richten sollen. Es brauche auch nur eine Kompetenz in rechtlichen Fragen. Komischerweise hat selbst der CCC noch keinen Trojaner zu Gesicht bekommen. Aber wahrscheinlich nur deswegen, weil fefe insgeheim bereits als Debugger angeworben wurde.
An mangelnder technischer Kompetenz auf Seiten der Politikerinnen wird der Bundestrojaner jedenfalls nicht scheitern. Die ist in der Debatte nicht gefragt. Schließlich wollen wir doch ALLE beshützt werden, oder?

Retro lebe noch!

27. Dezember 2007 von Guy Simonow
full steam & wlan fehler

An die Neuerungen muss man sich ja erteinmal gewöhnen. Die WLAN-Hardware scheint nach Tim Pritlove dieses mal schlechter zu sein, was nichts Gutes erwarten läßt; man hatte letztes mal schon nur dann Netz, wenn keiner sonst im Raum saß. Nun. Da muss man zusehen, dass man offline genug Projekte hat, die einen beschäftigen - neben den Vorträgen. Netzsuche wird, glaube ich, so ein Projekt…
Die Steamfreaks mit ihrer Telexdampfmaschine musste ich leider verlassen. Diese Art Event möge bitte auf deutsch sein - oder zumindest synchron gedolmetscht. Da fällt man bei Rose White glatt ins kalte Wasser: Soziologenslang aus Manhatten - aber durchaus geekig. Ein bißchen mehr Neues wär aber auch hier nett gewesen. Dass Geeks anders sind und oder weil sie mit ihren vielen Pickeln und ihrer Brille nur über die neuesten Zocks und so geredet haben, wußten wir schon. Ich war allerdings gar nicht so. Pickelig vielleicht schon aber ich hab’ immernoch 150% auf den Augen. Und das als ein Vertreter der ‘mittleren’ Generation hier, würde ich sagen.

Dampfmaschiene

Eigentlich bin ich ja nicht so, aber die Diskussion habe ich mir geschenkt. Lieber schnell mal in die Lounge loungen und Hamburgerduft schnuppern. Noch weiß ich nicht so recht, wie ich die Umstrukturierung finden soll. Der abgeteilte Chillout-Bereich ist wirklich nett gemacht. Mit passenden Nemo-Sounds. Aber es gibt überhaupt keine Tische und die Illumination ist insgesamt gar nicht so loungig. Vielleicht muss man sich eher nach unten orientieren. Aber da war ich noch nicht. Ich brauche da wohl Verstärkung von meinem Kollegen. Zusammen wird der Rest der Location erobert.

ccChains - pfffft, tschschtsch!

27. Dezember 2007 von Guy Simonow

Das Lager ist aufgeschlagen, die Strümpfe in die Schuh’ gesteckt und das Programm ein-, zweimal durchstudiert. Ich vermisse Saal 4; der war immer so lauschig. Dieses mal werden die Veranstaltungen irgendwie voller, wahrscheinlich nicht nur, weil es keine kleinen Säle mit Vorträgen gibt. Schon das ergattern der ‘chains’ grenzte an Chaos. Die Schlange musste sich durch das gesamte Erdgeschoss schlängeln. Nach erfolgreicher Mission fehlt nur noch die Mütze Schlaf für einen frischen Start.